Ein sehr hübscher kleiner Roman für einen gemütlichen Lesetag: In der Wohnung einer jungen Frau, Marie, häufen sich die Kühlschränke an, während ihr Liebesleben – äh – auftaut. Sie bekommt einen neuen Kühlschrank geliefert, und ab da beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Werkzeug, eine Servicehotline, ein TV-Sender und mehrere Liebhaber sind darin verwickelt.

Der französische Titel Givreé (vereist, mit Reif bedeckt) weist auf diesen allmählichen Tauprozess hin, während der deutsche Titel recht offensichtlich eine Verbindung mit Die fabelhafte Welt der Amélie herstellt. Dies passt gut, denn diese Geschichte ist auf ähnliche Weise mit einer Erzählerstimme ausgestattet, die liebevoll, manchmal sanft spöttisch kommentiert und Nebensächliches erzählt, um dann wieder wie im Film in die überraschende nächste Szene hineinzuzoomen. Man sieht die Verfilmung fast vor sich. Der Tonfall ist leicht, romantisch, schildert die bürokratischen Verwicklungen und amourösen Verstrickungen in einem beschwingt analytischen, sorglosen und lockeren Ton. Ein kleines, feines Lesevergnügen.

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Alain Monnier: Die wunderbare Welt des Kühlschranks in Zeiten mangelnder Liebe. Arche Verlag 2015,  ca. € 17.-

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