Geschichten vom äußeren Rand der Gesellschaft verspricht der Klappentext. Bereits 2011 in der Edition Exil erschienen, enthält der Band neun Erzählungen. Der Großteil davon ist in Wien angesiedelt, und so ergeben sich nette Aha-Erlebnisse, wenn bekannte oder Lieblingsorte darin auftauchen. Der „Rand“ stellt sich so dar, dass es um zweifach marginalisierte Personen geht – Queere Immigranten. Kurze Liebesfreud und langes Liebesleid sowie der tägliche Existenzkampf sind bestimmende Themen. Der Autor ist selbst im Alter von 17 Jahren aus dem Iran nach Wien gekommen. Er schreibt in einem betont lockeren Ton und lässt dabei Unglück durchblicken. Die letzte Erzählung hat die Form eines Märchens, das in einem politisch geschüttelten Königreich spielt, in dem es für den Erzähler nicht viel zu gewinnen gibt. Intrigen, Morde, Putsch, Liebe, Zwangsheirat, Wahnsinn, Gefängnis – durchzogen von ironischem Humor.

Ungeschliffene Perlen. Für die Entdeckung eben solcher empfehle ich die Kritischen Literaturtage in Wien.

sina tahayori: orientExtrem. edition Exil 2011. ISBN: 978-3-901899-50-8, 91 seiten, € 12,-

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