Ein wenig Lesen

Buchkater haben – das kenne ich gut. Aber dermaßen erschlagen zu sein von einem Buch, das hab ich noch nicht erlebt. Möglicherweise bei einigen der längeren Murakami-Romane; diese haben mich aber auf eine komplett andere Art geschluckt und durch den psychischen Fleischwolf gedreht. Ein wenig Leben habe ich zwanghaft jede Nacht bis zwei Uhr gelesen, und dennoch die Seiten gezählt, bis ich endlich fertig bin. Und jetzt sind noch einmal ein paar Wochen vergangen, bevor ich was drüber schreiben hab können. Weiterlesen

Die eine Seite, die andere Seite

Am Strand ein Mann und eine Frau. Sie blond und elegant in einem grünen Bikini, obwohl es Mai war in Maine und kalt. Er ein Hüne, strahlend und lebendig; in ihm flackerte ein Licht, das den Blick gefangen nahm und nicht mehr losließ. Sie hießen Lotto und Mathilde.

„Wie soll ich ein Buch verkaufen, das erst in der Mitte wirklich spannend wird?“ fragt mich ein Buchhändlerkollege. Naja, indem du sagst, wie es ist: Du brauchst den traumverlorenen, wunderbar rhythmisch erzählten ersten Teil der Geschichte, damit der zweite Teil wie ein Gewittersturm alle Gewissheiten hinwegfegt, die sich im ersten Teil in dir aufgebaut haben. Weiterlesen

Flachgelegt in sieben Stunden

Ich hab überlegt, ob ich zu diesem Buch überhaupt eine Rezension schreiben soll. Eigentlich, denk ich mir, lohnt sich das doch nur bei Büchern, die sehr gut sind, und die ich empfehlen will – oder bei solchen, die sehr viel diskutiert werden: Da möcht ich dann auch meinen Senf dazu geben. In dem Fall trifft beides nicht zu. Aber an dem Buch hat mich ziemlich viel irritiert, und das würde ich gern mit euch teilen. Weiterlesen

A.L. Kennedy – Der letzte Schrei

Auf dieses Buch habe ich mich wahnsinnig gefreut, weil ich Kennedys Romane sehr gerne gelesen hab. Also bin ich froh, zum Beispiel, und Gleißendes Glück. Sehr besondere Liebesgeschichten erzählt sie in diesen Büchern, und ich war jedes Mal gefesselt und berückt. Die Kurzgeschichten find ich schön, aber leider nicht ganz so super. Auch hier geht es um besondere, merkwürdige Liebesgeschichten.  Einige davon haben leider etwas Schematisches – die Leserin wird lange im Unklaren gelassen, was die Figuren umtreibt, denen sie bei Handlungen und Gedanken folgt, die oft sehr schwer einordenbar sind – oft erst im letzten Satz wird aufgelöst, was zu diesen Gefühlslagen geführt hat. Weiterlesen