Haruki Murakami: Die Ermordung des Commendatore I – Eine Idee erscheint

Ein Maler wird von seiner Frau verlassen, fährt ziellos einige Wochen durch die Gegend und lässt sich dann in einem einsamen Haus auf einem Berg nieder. Er gibt Malkurse, trifft Frauen, lernt einen sehr reichen Nachbarn kennen, und in der Nacht geschehen seltsame Dinge. Weiterlesen

Simone Hirth: Bananama

Eine Utopie, die in eine Dystopie kippt. Ein Mädchen mit Aussteigereltern, das sich hinausträumt aus dem Garten, der die Grenzen seiner Welt bildet. Aber selbst vom Aussteigen kann man aussteigen. Interessante Lektüre, ein wenig spooky, nicht zum Wohlfühlen, aber toll ausgeführt und sehr, sehr athmosphärisch.

Simone Hirth: Bananama. Kremayr & Scheriau 2018. ISBN: 978-3-218-01103-7190, 190 Seiten, € 19,90.

 

 

Nell Leyshon: Die Farbe von Milch

Cover Nell Leyshon Die Farbe von Milch Rezension

Dies ist mein Buch und ich schreibe es eigenhändig. (…) Ich bin nicht sehr groß und mein Haar hat die Farbe von Milch. Mein Name ist Mary und ich habe gelernt, ihn zu buchstabieren.

Dieses Buch hat mich umgehauen mit seiner Sprache, seiner Geschichte und den Ideen dahinter, und ein bisschen auch seiner hübschen Ausstattung.

Mary ist ein Bauernmädchen in England. Sie arbeitet hart, und sie schreibt einen Bericht über das, was ihr geschehen ist. Ihr Vater, der viele Töchter und keine Söhne hat, schickt sie in den Haushalt des Pfarrers, wo sie sich um seine kranke Frau kümmert. Als diese stirbt, wird sie gebeten zu bleiben. Der Pfarrer bringt ihr Lesen und Schreiben bei – doch das Ganze hat einen bitteren, schweren Preis. Weiterlesen

Rote Haare // grüne Kleider // schwarze Federn

Dies ist die Geschichte einer Frau, die im Heute Käse verkauft und in einem früheren Leben vielleicht eine irische Königin war. Es ist ein Buch über Frauen, denen Gewalt angetan wird, und die sich nicht direkt rächen können. Ein Geschichte darüber, Wege zu finden und zu verlieren. Weiterlesen

Alles über Beziehungen

Kann sein, dass du vor Kurzem ein sehr dickes, sehr bedrückendes Buch gelesen hast (so 960 Seiten, sexueller Missbrauch, lebenslanges Unglück). Und seither eine Lesekrise. Kann sein, dass du ein Buch nach dem anderen in die Hand nimmst, und nichts gefällt, nichts fesselt, nichts tröstet. Kann sein, dass du dann den neuen Roman von Doris Knecht in die Hand nimmst, einfach so, ohne große Erwartungen, weil du sie als Kolumnistin magst und ihre anderen Sachen halt auch liest. Dann kann es passieren, dass du das Buch in einem Tag liest, weil es flutscht und genau passt. Weiterlesen

Vereinsamen, Verbrüdern, Verlieben

Takis Würger hat sich mit mir bekannt gemacht über Instagram. Das hat er gut gemacht, denn ich hab gleich zum Rezensionsexemplar gegriffen, als es in der Buchhandlung erschien. Ich könnte hier jetzt etwas über ihn schreiben, seinen Charme, seine sorgfältige Social Media-Arbeit, sein Spiel mit biographischen Details, die sich auch im Buch wiederfinden (Der Protagonist, Hans, ist Deutscher, geht nach Harvard, boxt und wird Mitglied in einem elitären Club. Dann Krimi-Handlung, Liebesgeschichte, Missbrauchsdrama.) Weiterlesen

Ein wenig Lesen

Buchkater haben – das kenne ich gut. Aber dermaßen erschlagen zu sein von einem Buch, das hab ich noch nicht erlebt. Möglicherweise bei einigen der längeren Murakami-Romane; diese haben mich aber auf eine komplett andere Art geschluckt und durch den psychischen Fleischwolf gedreht. Ein wenig Leben habe ich zwanghaft jede Nacht bis zwei Uhr gelesen, und dennoch die Seiten gezählt, bis ich endlich fertig bin. Und jetzt sind noch einmal ein paar Wochen vergangen, bevor ich was drüber schreiben hab können. Weiterlesen

Nussschale. Ein Schelmenroman.

Ich muss vorausschicken, dass diese Rezension fast alles über den Roman verrät. Den größten Teil der Handlung, das Ende, wichtige Wendepunkte. Aber ich muss mir das Buch von der Seele schreiben. Gestern im Zug hab ich es beendet, und noch im Stehen dort unterwegs hab ich begonnen, meine Gedanken ins Handy zu tippen. Es fesselt und bewegt und löst etwas aus, dieses Buch. Weiterlesen

Was einem bleibt – Jane Gardam: Letzte Freunde

Gestern habe ich den letzten Teil dieser Trilogie beendet, und ich bin von der Lektüre noch ganz verzaubert.

Der erste Teil, Ein untadeliger Mann, erzählt die Lebensgeschichte eines britischen Richters, Edward Feathers, der den Großteil seines Lebens in Fernost verbringt und exemplarisch für den britischen Gentleman steht. Auf großartige Weise entwirft Gardam hier die Stimmung des jeweiligen Lebensabschnitts: Weiterlesen

Geld oder Liebe – Cynthia D’Aprix Sweeney: Das Nest

Und wieder einmal ist es eine Mutter, die zwar nur in kleinen Szenen auftritt, aber alle Fäden in der Hand hält und an der Wurzel der Ereignisse sitzt. Eine mangelhafte Mutter, die ihre Kinder nicht genug lieben konnte. Den kleinen und großen Nachwirkungen davon spürt Cynthia D’Aprix Sweeney in ihrem Debütroman nach. Weiterlesen